Payment Radar
Händler fordern Richter auf, Einigung über Visa-Mastercard-Interchange-Gebühren abzulehnen
Knapp 1.000 US-amerikanische Händler appellieren an einen Bundesrichter, einen vorgeschlagenen Vergleich zur Interchange-Gebühr zwischen Visa und Mastercard abzulehnen.
Hintergrund: Fast 1.000 US-amerikanische Händler appellieren an einen Bundesrichter, einen vorgeschlagenen Vergleich zur Visa-Mastercard-Interchange-Gebühr abzulehnen. Die vom Händlerakquirierer an die ausstellende Bank des Karteninhabers gezahlte Transaktionsgebühr, die vom Kartennetzwerk festgelegt wird, würde sich nach dem aktuellen Vorschlag lediglich um 0,1 % senken und die Raten de facto auf das Niveau von 2023 zurückführen. Die Händler argumentieren, der Vergleich enthalte Schlupflöcher und biete keinen ausreichenden Schutz vor den von ihnen als wettbewerbswidrig empfundenen Praktiken. Der Vorschlag wurde im Juni vorläufig genehmigt, nachdem eine frühere Version 2024 abgelehnt worden war. Die neue Welle von Einsprüchen schafft jedoch erhebliche Rechtsunsicherheit hinsichtlich der künftigen Kostenstruktur für die Zahlungsabwicklung in den USA.
Warum dies für Ihr Unternehmen relevant ist: Für jedes US-Unternehmen, das Visa- oder Mastercard-Kreditkarten akzeptiert, stellen die Kosten für die Zahlungsabwicklung eine direkte Position dar, die die Rentabilität unmittelbar beeinflusst. Die minimale Senkung durch den vorgeschlagenen Vergleich bedeutet, dass Händler bei dessen Genehmigung nur vernachlässigbare Einsparungen bei ihren Transaktionsgebühren verbuchen werden. Lehnt der Richter den Vergleich hingegen ab, könnte dies zu langwierigen Rechtsstreitigkeiten führen und sinnvolle Gebührenanpassungen weiter verzögern. Das Urteil wird entscheiden, ob Unternehmen weiterhin die aktuellen Sätze zahlen oder während der Klärung des Streits einer Phase rechtlicher und finanzieller Instabilität ausgesetzt sind.
Betroffene: Diese Entwicklung betrifft US-Händler aller Branchen direkt, darunter kleine und mittlere Einzelhändler, Restaurants, Supermärkte, Convenience Stores und Tankstellen. Jedes Unternehmen, das Kartenzahlungen über die Visa- oder Mastercard-Netze abwickelt, ist potenziell von den Ergebnissen dieser rechtlichen Auseinandersetzung betroffen.
Empfohlene Maßnahmen: Prüfen Sie Ihren aktuellen Händlerdienstleistungsvertrag und die Abrechnungen Ihres Zahlungsanbieters, um Ihre genauen Interchange-Gebührenstufen und die monatlichen Gesamtkosten für die Zahlungsabwicklung zu ermitteln. Diese Basisdaten ermöglichen es Ihnen, die finanziellen Auswirkungen schnell zu berechnen, sollten die Gebühren auf dem aktuellen Niveau bleiben oder sich unter dem vorgeschlagenen Vergleich nur leicht ändern.
Unsicherheit und Risiken: Das Hauptrisiko liegt in der Rechtsunsicherheit. Der Richter hat noch nicht über den Vergleich entschieden; die Einsprüche der Händler könnten zu einer vollständigen Ablehnung oder zu neu verhandelten Konditionen führen. Zudem besteht Unsicherheit bezüglich der Dauer eines vorgeschlagenen Verbots künftiger Klagen, was die Händler als alarmierend empfinden. Sollte der Vergleich in der vorgeschlagenen Form genehmigt werden, sind Unternehmen weiterhin hohen Gebühren ausgesetzt, ohne dass eine unmittelbare Entlastung zu erwarten wäre.

Comments